Spielsucht: Eine Krankheit, die alle betrifft
Spielsucht, oder pathologisches Glücksspielen, ist eine anerkannte Krankheit. Sie zeichnet sich durch ein zwanghaftes Verlangen nach Glücksspielen aus, das trotz negativer Konsequenzen nicht kontrolliert werden kann. Die Auswirkungen sind oft verheerend: Finanzielle Probleme, Arbeitsplatzverlust, soziale Isolation und das Zerbrechen von Beziehungen sind leider keine Seltenheit. Und genau hier kommen die Angehörigen ins Spiel. Sie sind oft die Ersten, die die Veränderungen bemerken, die Last tragen und unter den Folgen leiden. Es ist ein Teufelskreis aus Hoffnung, Enttäuschung, Wut und Hilflosigkeit.
Warum Angehörige Hilfe brauchen
Angehörige von Spielsüchtigen sind oft in einer extrem schwierigen Lage. Sie versuchen, den Betroffenen zu schützen, die Probleme zu vertuschen, Schulden zu begleichen oder die Familie zusammenzuhalten. Dabei vergessen sie oft sich selbst. Sie leiden unter:
* **Finanziellen Belastungen:** Schulden, die durch das Spiel entstehen, betreffen oft die ganze Familie.
* **Emotionaler Belastung:** Angst, Scham, Wut, Trauer und Hilflosigkeit sind ständige Begleiter.
* **Vertrauensverlust:** Lügen und Betrug zerstören das Vertrauen in der Beziehung.
* **Sozialer Isolation:** Aus Scham ziehen sich Angehörige oft zurück und vermeiden den Kontakt zu Freunden und Familie.
* **Co-Abhängigkeit:** Angehörige können in ein Muster geraten, in dem sie das Suchtverhalten des Spielers unbewusst aufrechterhalten, indem sie beispielsweise Schulden begleichen oder Ausreden erfinden.
Es ist entscheidend zu verstehen, dass Angehörige nicht alleine sind und dass es Hilfe gibt. Ihre eigene Gesundheit und Ihr Wohlbefinden sind genauso wichtig wie die des Spielers.
Erste Schritte: Anzeichen erkennen und handeln
Bevor man Hilfe suchen kann, muss man die Anzeichen erkennen. Bei einem geliebten Menschen können dies sein:
* **Veränderungen im Verhalten:** Geheimniskrämerei, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen.
* **Finanzielle Probleme:** Unerklärliche Geldknappheit, Schulden, das Verpfänden von Wertgegenständen.
* **Vernachlässigung von Pflichten:** Job, Familie, Hobbys treten in den Hintergrund.
* **Lügen und Ausreden:** Um das Spielverhalten zu vertuschen.
* **Ständiges Denken ans Spiel:** Auch wenn nicht gespielt wird.
Wenn Sie diese Anzeichen bemerken, ist es wichtig, das Thema anzusprechen. Dies ist oft der schwierigste Schritt, da Angst vor Konfrontation oder die Reaktion des Spielers groß sein kann.
Wie man das Gespräch sucht
* **Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt:** Sprechen Sie in einer ruhigen Atmosphäre, wenn beide entspannt sind.
* **Bleiben Sie ruhig und sachlich:** Vermeiden Sie Vorwürfe und Schuldzuweisungen.
* **Sprechen Sie aus Ihrer Perspektive:** Sagen Sie, wie Sie sich fühlen (“Ich mache mir Sorgen, weil…”) anstatt “Du machst alles falsch”.
* **Seien Sie konkret:** Nennen Sie Beispiele für Verhaltensweisen, die Sie beunruhigen.
* **Bieten Sie Unterstützung an:** Machen Sie deutlich, dass Sie helfen möchten, aber setzen Sie auch Grenzen.
Professionelle Hilfe für Angehörige
Es ist von größter Bedeutung, dass Angehörige sich selbst Unterstützung suchen. Dies ist keine Schwäche, sondern ein Zeichen von Stärke und Selbstfürsorge.
Anlaufstellen und Hilfsangebote
* **Suchtberatungsstellen:** Diese bieten nicht nur Hilfe für Spieler, sondern auch spezifische Beratungen für Angehörige an. Hier können Sie Informationen erhalten, Strategien entwickeln und emotionale Unterstützung finden.
* **Selbsthilfegruppen für Angehörige:** Gruppen wie Al-Anon für Angehörige von Alkoholikern oder spezielle Gruppen für Angehörige von Spielsüchtigen bieten einen sicheren Raum zum Austausch mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen machen. Das Gefühl, nicht allein zu sein, ist oft eine große Erleichterung.
* **Psychologische Beratung/Therapie:** Ein Therapeut kann Ihnen helfen, mit den emotionalen Belastungen umzugehen, Bewältigungsstrategien zu entwickeln und gesunde Grenzen zu setzen.
* **Rechtsberatung:** Bei finanziellen Problemen oder Schulden kann eine Schuldnerberatung oder ein Anwalt wichtige Unterstützung bieten.
Wichtige Strategien für Angehörige
* **Grenzen setzen:** Dies ist entscheidend. Machen Sie klar, was Sie nicht mehr tolerieren werden (z.B. keine Begleichung von Spielschulden mehr).
* **Sich selbst schützen:** Sichern Sie Ihre Finanzen und Ihr emotionales Wohlbefinden.
* **Informieren Sie sich:** Wissen über Spielsucht hilft, das Verhalten des Spielers besser zu verstehen und nicht persönlich zu nehmen.
* **Suchen Sie Unterstützung:** Wie oben erwähnt, ist es wichtig, sich nicht zu isolieren.
* **Erinnern Sie sich an Ihre eigenen Bedürfnisse:** Vernachlässigen Sie nicht Ihre Hobbys, Freunde und Ihre eigene Gesundheit.
* **Vermeiden Sie Co-Abhängigkeit:** Helfen Sie dem Spieler, die Verantwortung für seine Handlungen zu übernehmen, anstatt die Konsequenzen für ihn zu tragen.
Fazit: Gemeinsam stärker